TrainController – Fehlersuche Halt überfahren

Heute will ich von einer Fehlersuche in meinem TrainController (TC) Projekt berichten.
TC nutze ich schon sehr lange, aktuell in der Version 9 Gold B3. Mein Anlagenprojekt ist immer schön mitgewachsen, wobei mit „wachsen“ nicht die Anlagengröße sondern die Einstellungen in der Software selbst gemeint sind. Diese sind im Laufe der Zeit immer komplexer geworden. Zum einen macht es Spaß, neue Funktionen zu implementieren, zum anderen soll der Automatisierungsgrad steigen.

Meine Fahrmöglichkeiten (siehe Gleisplan auf der Homepage) sind relativ begrenzt. TC fährt Züge in der Regel vom Bahnhof in den Schattenbahnhof (SBH) und zurück.
Eine Fleischmann BR 225 mit Zimo Sound Decoder steht schon länger zur Verfügung und ist seit einiger Zeit mit 3 Nahverkehrswagen gekuppelt, die als Wendezug die Strecke befahren.

Fleischmann BR 225 mit Nahverkehrswagen

Nun musste ich feststellen, dass die Garnitur mit schiebender Lok den Steuerwagen im Weichenvorfeld des Bahnhofs zu weit in die Weichenstraße hinein fährt und damit, je nach Weichenstellung, einen Kurzschluss auslöst.
Beim ersten Mal dachte ich an einen sporadischen Fehler (Melder zu spät ausgelöst), aber beim zweiten Mal wollte ich der Sache auf den Grund gehen.
Kurzer Test: Zugfahrt aus dem SBH starten, im besagten Block eine Ausfahrtsperre setzen, der Zug muss hier anhalten. Und er fährt viel zu weit. Jetzt war klar, das ist ein Fehlverhalten 😯 und muss eliminiert werden.

Kurze Analyse:
im Bahnhof und auch im SBH hält die Garnitur sowohl gezogen als auch geschoben ordentlich am Blockende bzw. in der Bahnsteigmitte.
Damit kommen erst mal folgende Dinge auf die Prüfliste:

  • der besagte Block vor dem Weichenfeld (er liegt auf der Rampe nach der Wendel)
  • inklusive Melder und Markierungen
  • Kontaktpunkte des Steuerwagens inkl. Auslösen von Meldern
  • Länge von Lok und Wagen im Zugverband

Der Kontaktpunkt eines Fahrzeuges in TC ist der Abstand vom Puffer bis zu dem Punkt, der einen Rückmelder auslösen lässt, für vorne und hinten extra einstellbar (meistens die erste Achse oder das erste Drehgestell).
Ich hatte damit schon Erfahrungen bei anderen Steuerwagen, die Aufgrund der einseitigen Stromabnahme pro Drehgestell die Stromfühler im Rückmelder erst auslösen, wenn das zweite Drehgestell den Block befährt.

Weil es so einfach ist: Kontaktpunkt von 4 auf 21 cm erhöht und die Wagenlängen geprüft. Test: keinerlei Änderung in dem speziellen Block, aber zu frühes Halten in allen anderen Blöcken.
Zweiter schneller Test: Steuerwagen langsam vom SBH kommend per Handregler in den Block einfahren lassen.
Ergebnis: der Melder löst sauber aus, sobald der erste Radsatz den Block belegt –> Kontaktpunkt wieder zurück setzen.

Jetzt den Melder und die Markierungen im Block genau inspiziert, keine fehlerhaften Einstellungen zu erkennen.
Nach dem Check dieser ersten Möglichkeiten kam ich ins Grübeln. Andere Loks und Garnituren halten in dem Block einwandfrei, nur die BR 225 schiebt zu weit. Was kann das sein?
Die Garnitur noch mal fahren lassen und genau beobachten – nach dieser Fahrt kam sofort die Erkenntniss: die Lok verzögert zu langsam. Der Wert der Bremsverzögerung in CV4 steht bei 22, ab Werk so hoch eingestellt, damit das Bremsenquietschen auslöst.

Lösung: die Bremsrampe im Block von 100 auf 170 cm erhöht, und schon passt alles.
Warum gibt es nur in dem Block das Problem? In den anderen Blöcken sind die Bremsrampen entweder länger oder es wird langsamer eingefahren. Kurz vor dem Weichenfeld können die Züge die höchste Geschwindigkeit auf der Anlage erreichen (wenn die Weiche frei ist und auf gerade steht).

Nachträgliche Analyse:
diese Garnitur fährt die Strecke schon länger, warum ist das nie aufgefallen?
Nun, in diesem Block halten Züge eher selten, eigentlich nur, wenn der Gegen- oder Querverkehr die Weichenstaße blockiert.
Warum dachte ich, dass es nur schiebend passiert?
Zufall, und der erste Test hätte eindeutig der sein müssen, die zweite Fahrtrichtung zu checken.
Allein die Tatsache, dass in den anderen Blöcken richtig gehalten wird, schließt einen Fehler in den Einstellungen von Lok und Wagen aus.

Wenn ein Zug den Haltmelder überfährt und zu spät anhält, können folgende Dinge überprüft werden:

  • Kommunikation zwischen Zentrale und PC / TC zu langsam
  • Digitalsystem überlastet (zu viele gleichzeitig fahrende Züge unterwegs)
  • PC überlastet, zu wenig Prozessorleistung
  • Melder lösen verzögert aus / Meldung zum PC dauert zu lange
  • Längenangaben von Rampen und Markierungen falsch
  • Lok nicht optimal eingemessen
  • Kontaktpunke stimmen nicht (auch ein Wagen benötigt diese)
  • Rampe für das physikalische Verhalten der Lok zu kurz

Am Ende ist es immer schön, wenn man ein Problem analysiert und behoben hat 🙂

In dem Video ist die BR 225 (mit anderer Garnitur) ab Videozeit 01:23 zu sehen 🙂

BR 225 ab Videozeit 01:23

TrainController – (fast)Universelles Makro für Zugfahrt-Start

Zum TrainController schreibe ich hier leider viel zu selten. Meine Ideen landen meist im Forum oder im privaten Wiki der TrainController Gemeinschaft.
http://www.tc-wiki.de/index.php/Hauptseite

Seit kurzem habe ich für meine Zugfahrten, die aus dem Bahnhof ausfahren, ein universelles Makro am Laufen, das jede Lok individuell behandeln kann. Bis jetzt gibt es 2 unterschiedliche Abläufe im Makro (erweiterbar):

  1. eine normale Lok soll starten, das Spitzenlicht wird eingeschaltet, der Fahrweg wird geprüft, wenn frei, wird die Weichenstraße gesetzt, das Signal geht auf grün, ein Schaffnerpfiff und ein Achtungspfiff vom Lokführere werden vom PC abgespielt, die Lok fährt los.
  2. eine Soundlok soll starten, vorhandene Lichter und das Betriebsgeräusch (Motor / Lüfter) werden eingeschaltet, Bahnhofsansage und sonstige Fähigkeiten der Lok eingestezt, der Fahrweg wird geprüft, wenn frei, wird die Weichenstraße gesetzt, das Signal geht auf grün, ein Schaffnerpfiff und ein Achtungspfiff werden von der Lok erzeugt, die Lok fährt los.

Zu diesem Makro gibt es 2 Vorgängervarianten, die noch in den Startaktionen der einzelnen Zugfahrten enthalten waren. Bei mehreren Zugfahrten ist das Makro die bessere Lösung, da Änderungen nur an einer Stelle erfolgen.
Diese Vorgänger hatten das Problem, dass die Zeit nach Freigabe der Blocksperre nicht mehr unter Kontrolle der Anweisungen war. Deshalb ist das neue Makro nur mehr „fast“ universell, da jetzt die maximal 8 Bahnhofsblöcke explizit einbezogen werden, um den Fahrweg zu prüfen.

Warum der Aufwand? Die Züge fuhren doch vorher auch auf Knopfdruck los und haben etwas gepfiffen.
Zum einen macht es manchmal Spaß, mit den vielen Möglichkeiten der Software zu spielen und die Grenzen auszuloten, zum anderen hab ich meine Zugbewegungen im Bahnhof beobachtet und festgestellt, das das Timing der einzelnen Aktionen manchmal komplett daneben liegt.
Dabei möchte ich hier dick anführen, ich halte mich nicht streng an das Vorbild, ich lehne mich nur an und mache was mir gefällt.
Das wichtigste für mich war hier das Berücksichtigen folgender Aktionen: Signal geht auf grün, Schaffner trillert, Lok macht einen Achtungspfiff (heute wohl nicht mehr üblich), der Zug fährt los.

Vorher konnte es sein, dass die Startaktionen durch waren, der Zug aber nicht ausfahren konnte, da der Fahrweg von weiterem Verkehr erst mal blockiert war (das Weichenvorfeld).

Der Trick ist aktuell der, die Weichestraße für den Fahrdienstleiter im Makro zu setzen, sobald der Weg frei ist, dann die restlichen Aktionen durchzuführen und als letztes die Blocksperre aufzuheben, die dem TrainController Fahrdienstleiter das Ausfahren des Zuges ermöglicht.

Die individuellen Einstellungen pro Lok sind in mehreren Lokfunktionen hinterlegt, die vom Makro abgerufen und auf die aktuell im Block stehende Lok angewandt werden. Das bedeutet natürlich, dass für jede neue Lok zunächst ein paar Vorarbeiten zu leisten sind, die aber bei normalen Loks einfach durch kopieren erledigt werden. Soundloks mit ihren vielen Funktionen sind von Haus aus eine Menge Arbeit bei der Einrichtung.

Ich verweise hier auf die TC-Wiki Artikel, auch auf die Vorgänger, denn dort ist z.B. das Arbeiten mit den notwendigen Variablen erklärt.

Erste Version der Startaktionen
Zweite Version der Startaktionen
Aktuelle Version des universellen Start-Makros
Blockdiagramm des universellen Makros

TrainController – fahren mit Doppeltraktion

Roco BB II - Mallet
Roco BB II – Mallet

Eigentlich mach ich das öfter mal und seit vielen Versionen, aber diesmal hat’s mich gerissen, und ich musste das Smartphone zücken und ein Video aufnehmen. Es ist wirklich einfach, wenn die Loks sauber eingemessen sind, diese in TrainController zu steuern.

Ich habe in der „Bucht“ zufällig 2 gleiche analoge Roco Loks der Königlich Bay. Sts. Bahn, Typ „Mallet“, Spitznahme „Zuckersusi“, ersteigert (die fuhren wohl später mal für Südzucker).
Beim Umbau der ersten hab ich mich für eine Nachrüstung mit Faulhaber entschieden, denn die lief nicht rund.
Die zweite wartete dann geduldig 1 Jahr, bis der Decoder eingebaut wurde (jeweils ESU LokPilot 4 micro). Hier hab ich noch einen Stützelko spendiert.
Die zweite Lok macht einen riesen Krach, fährt sonst aber anständig. Durch die unterschiedlichen Motoren haben die Lok auch ein ganz anderes Fahrverhalten am Handregler.

Die erste wurde noch auf meiner 260cm langen Messstrecke per Rückmelder eingemessen. Die zweite dann mit der neu erworbenen Speedbox von RZTec (Reflexlichtschranken System mit 10cm Messstrecke). Das spart jede Menge Zeit, vor allem bei so langsam laufenden Maschinen.
Ich dachte nicht, dass trotz unterschiedlicher Einmessprozeduren so perfekt gleiche Ergebnisse herauskommen. Das zeigt wieder, TrainController hat das super im Griff.

Flux beide aufs Gleis gestellt, TrainController Doppeltraktion gebildet, und komplett überrascht: über den gesamten Geschwindigkeitsbereich bis 45 km/h fahren die Loks absolut identisch. Nur bei einem Notstopp (Fahrstufe Null) rollt die Faulhaber Maschine wesentlich weiter. Aber das hat TrainController natürlich nicht im Griff, das ist die Mechanik bzw. Motorcharakteristik.

Das Geniale ist zudem, ich kann am Handregler des Digitalsystems eine beliebige Lok aus einer Mehrfachtraktion aufrufen, alle anderen folgen entsprechend der Einmessskurve in TrainController dieser Lok. Jede wird also mit der passenden Fahrstufe angesteuert.

Hier nun das Video. Ab Video-Zeit 06:17 wird die Einrichtung in TrainController erklärt. Man kann eine Doppeltraktion im Fenster Loks und Züge auch per Drag and Drop erstellen und nicht nur über das Menü.

TrainController 9 Gold – Doppeltraktion mit 2 Mallet

SVT 137 Schnelltriebwagen – der lange Weg vom ebay Kauf zum Einsatz auf der Anlage

Zufällig bin ich in der „Bucht“ auf den SVT 137 aufmerksam geworden. Die Triebwagen aus der Gattung „Fliegender Hamburg“ haben mir von Design und Optik immer schon gefallen. Der SVT 137 Bauart „Köln“ besteht aus 3 Einheiten und ist damit der große Bruder des „Fliegenden Hamburgers“. Das Epoche II Modell hat Liliput Austria Ende der 80er Jahre gebaut. Laut Händler ist es ein Sammlerstück. Der optische Eindruck bestätigt, das Modell hat höchstens ein paar Ehrenrunden gedreht.

Es war klar, dass da Umbauarbeiten auf mich zukommen. Nach einer eingehenden Besichtigung kam folgende Checkliste zustande:
– Spitzenlicht durch LEDs ersetzen (es waren zwar – oh Wunder – LEDs drin, aber rot und grün in Form einer 5mm Duo-LED)
– DCC-Decoder: ESU LoPi 4.0 DCC mit ESU PowerPack mini
– Funktionsdecoder im nicht angetriebenen Triebkopf mit Stütz-Elkos
– Beleuchtung in allen 3 Wagenteilen mit LEDs
– ein paar Reisende einkleben

Das Spitzenlicht ist nicht ganz gelungen. Die roten und weißen LEDs ließen sich nicht so nah an die Lampenfassungen bringen und trotz schwärzen der Verglasung am Rande des Führerstandes scheinen die LEDs da rein. Bei weiß nicht so problematisch (Führerstandsbeleuchtung inklusive 🙂 ), bei rot aber nicht so gut (Rotlichtmilieu?).

Die Innenbeleuchtung selbst passt, es wurden aber nicht alle Abteile beleuchtet, da manche mit konstruktiven Verbindungen zugestellt sind.

Als großes Problem stellte sich die Stromabnahme dar. Der angetriebene Triebkopf nimmt zwar von allen 8 Rädern Strom ab, das vordere Drehgestell ist aber auch mit 4 Haftreifen versehen. Somit bleibt nur das hintere Drehgestell. Trotzdem alles sehr sauber ausschaute, musste ich mit einem Glashaarradierer die Radreifen und die Stromabnehmerbleche bearbeiten. War wohl alles mit Patina überzogen.
Das ESU PowerPack bewährt sich jedenfalls. Ebenso die 2x 330µF im Steuerwagen.

Zum mittleren Wagen hab ich eine Steckverbindung durch die Faltenbälge realisiert, die bei dem Modell als Spezialkupplungen agieren. Der Decoder schaltet dort somit auch das Innenlicht.

Ein Problem war noch eine Wagenverbindung. Diese hakte immer beim Wechsel von einer Kurve in die andere und brachte den Wagen zum Entgleisen. Vielleicht ist er deshalb so wenig gefahren 😛 .
Ich habe den Wagen bestimmt 30 Minuten begutachtet, mit den anderen verglichen und versucht, zu verstehen, warum die Kupplung beim Ausschwenken in der Mitte hängenbleibt. Am Ende hab ichs kapiert: sie war ein paar Zentel zu lang. Die Feile hats gerichtet 😀 .

Es war viel Arbeit, wenns dann nicht so recht klappt, ist es erst mal nervig, aber am Ende hat sich der Umbau gelohnt.