OpenCar System mit Faller Car System Auto

Heute möchte ich etwas ausholen / nachholen.
Der Gleisplan meiner Anlage sah keine zusammenhängenden Straßen vor. Ein Faller Car System kam bei der Planung 2002 nicht in Frage, da mir Funktion und Steuerungsmöglichkeiten nicht zusagten. Straßen sind somit der Eisenbahn gewichen.
Später sah ich auf einer Messe H0 Straßenfahrzeuge mit DCCar gesteuert ihre Runden drehen. Das hat mich so begeistert, dass ich mein Anlagenlayout noch mal kritisch prüfte und dabei eine Möglichkeit fand, im Güterbahnhof eine kleine Kreisstrecke unterzubringen.
Ein günstiges Angebot eines Faller Car System Startset’s kam gerade recht und landete im April 2012 am Basteltisch. Etwas mühsam wurde der Fahrdraht nachträglich verlegt und 2 Servo Weichen eingebaut, gespachtelt und bemalt. Irgendwie kam dann aber Stillstand in das Projekt, den DCCar Decoder wollte ich irgendwie nicht kaufen.
In den folgenden Jahren wurden weitere Systeme angekündigt und gezeigt. Faller mit der Version 3.0 und den Ultraschallmeldern, Gamesontrack (Lieferant der Ultraschall Sensoren), Krois-Modell aus Österreich, eine holländische Firma mit einem zusätzlichen Sensordraht in der Fahrbahn, und eben OpenCar System.

Aus verschiedenen Gründen hab ich mich nun für das OpenCar System entschieden.
Auf der Messe in Friedrichshafen im November 2019 hab ich am Stand von Fichtelbahn das Startset erworben. Enthalten sind: die RF-Basis (zentrale Funkstation), ein OpenCar Decoder V5, zwei Funkmodule, ein LiPo Akku, ein Hecklichtträger, ein paar LED’s, zwei Fototransistoren und einige Bauteile, um die RF-Basis zu komplettieren (Stecker usw.).

Die RF-Basis ist die neueste Version für den Betrieb von OpenCar Fahrzeugen. Sie kann (natürlich) mit OpenDCC, mit XpressNet (Lenz/Roco), mit DCC Signalen und einem Terminalprogramm vom PC aus angesteuert werden. OpenDCC ist für mich kein Thema, ich habe zur Zeit die MoBaSbS Selbstbauzentrale am Laufen und bin damit rundum zufrieden.

RF-Basis mit Funkmodul

Zunächst wurde die RF-Basis (vormontierter Bausatz) komplettiert und per USB Kabel am PC angeschlossen. Die Benutzung von HTerm wird empfohlen und ist gut dokumentiert. Ich konnte über einzelne Befehle mit der RF-Basis auf Anhieb kommunizieren.

Der Faller LKW: erst mal so weit als möglich zerlegen und versuchen, die bestehende Verdrahtung zu verstehen. Dann Kupferlackdrähte an den Hecklichtträger, an alle notwendigen LED’s und die Fototransistoren anlöten. Hier gab es ein Problem: die gelieferten LED’s für die Blinker und Frontscheinwerfer sind in der Dimension 0402 (kleiner als Hühnerfutter). Ich dachte, eine dünne Lötspitze zu haben, hab ja schon einige SMD-Bauteile auf diverse Platinen gelötet. Aber bei 0402 reichte weder das Augenlicht mit Lupe noch die Lötspitze. Die LED’s endeten meist geröstet an Lötkolben. Zum Glück waren die Fototransistoren eine Dimension größer: 0603. Das klappte dann wunderbar, 2 gelbe LED’s für Blinker und Frontscheinwerfer in 0603 fanden sich auch noch im Vorrat und konnten erfolgreich verlötet werden. Die 2 gelben LED’s haben relativ wenig Leuchtkraft, sind wohl schon etwas älter. Wenn die Frontscheinwerfer an sind, sieht man den vorderen Blinker kaum. Das bau ich aber nicht mehr um, beim 1. Versuch lernt man ja erst mal. 😕
Hecklichtträger ankleben, die vorderen Lampeneinsätze von hinten schwarz anmalen, die Kabel bis in den Kofferaufbau führen, den CarDecoder befestigen und alles verlöten. Tatsächlich funktionierte das alles recht reibungslos, aber es ist ja auch jede Menge Platz vorhanden.

Anbei ein paar Bilder zum Weiterklicken

Jetzt den Decoder mit HTerm über die RF-basis angesprochen, ausgelesen, Adresse geändert und gleich mal die Licht- und Fahrfunktionen getestet –> läuft. 🙂
Meine Roco Multimaus konnte in der Schachtel bleiben, denn mit PC und HTerm konnten alle Konfigurationsarbeiten erledigt werden.

Die Fototransistoren hab ich auch schon getestet: eine vorhandene IR-LED (5mm) über einen Wiederstand und einer antiparallelen Diode ans Schienensignal (DCC) gelegt und die Lichter per F0 / F1 / F2 geschaltet –> funktioniert. 🙂
Die Abstandssteuerung kann man erst testen, wenn ein zweites Fahrzeug zur Verfügung steht.
Über den Anschluss „DCC“ kann ich jetzt mit dem Handregler des Digitalsystems den LKW und seine Lichter steuern.

Was noch fehlt: gelbe Begrenzungslichter an der Seite und ein neuer Akku. Der vorhandene Faller Akku verliert zu schnell an Kapazität. Er ist ja mindestens 8 Jahre alt und wurde nie groß gepflegt, nur ab und zu mal aufgeladen.

Die nächsten Schritte in diesem Projekt sind:
Hall Sensoren in der Fahrbahn vergraben und anschließen, gibt vermutlich eine üble Baustelle, da die vorhandene Fahrbahn aufgerissen werden muss (wie im echten Leben).
TrainController die Steuerung des LKW’s beibringen
ein zweites Fahrzeug umbauen (Faller Sprinter Polizei ist vorhanden)
die Andreaskreuze funktionsfähig machen
TrainController die Steuerung der Andreaskreuze beibringen und den Verkehr Eisenbahn / Straße regeln.

Der LKW, mit dem Handregler gesteuert, dreht seine Runden

TrainController – fahren mit Doppeltraktion

Roco BB II - Mallet
Roco BB II – Mallet

Eigentlich mach ich das öfter mal und seit vielen Versionen, aber diesmal hat’s mich gerissen, und ich musste das Smartphone zücken und ein Video aufnehmen. Es ist wirklich einfach, wenn die Loks sauber eingemessen sind, diese in TrainController zu steuern.

Ich habe in der „Bucht“ zufällig 2 gleiche analoge Roco Loks der Königlich Bay. Sts. Bahn, Typ „Mallet“, Spitznahme „Zuckersusi“, ersteigert (die fuhren wohl später mal für Südzucker).
Beim Umbau der ersten hab ich mich für eine Nachrüstung mit Faulhaber entschieden, denn die lief nicht rund.
Die zweite wartete dann geduldig 1 Jahr, bis der Decoder eingebaut wurde (jeweils ESU LokPilot 4 micro). Hier hab ich noch einen Stützelko spendiert.
Die zweite Lok macht einen riesen Krach, fährt sonst aber anständig. Durch die unterschiedlichen Motoren haben die Lok auch ein ganz anderes Fahrverhalten am Handregler.

Die erste wurde noch auf meiner 260cm langen Messstrecke per Rückmelder eingemessen. Die zweite dann mit der neu erworbenen Speedbox von RZTec (Reflexlichtschranken System mit 10cm Messstrecke). Das spart jede Menge Zeit, vor allem bei so langsam laufenden Maschinen.
Ich dachte nicht, dass trotz unterschiedlicher Einmessprozeduren so perfekt gleiche Ergebnisse herauskommen. Das zeigt wieder, TrainController hat das super im Griff.

Flux beide aufs Gleis gestellt, TrainController Doppeltraktion gebildet, und komplett überrascht: über den gesamten Geschwindigkeitsbereich bis 45 km/h fahren die Loks absolut identisch. Nur bei einem Notstopp (Fahrstufe Null) rollt die Faulhaber Maschine wesentlich weiter. Aber das hat TrainController natürlich nicht im Griff, das ist die Mechanik bzw. Motorcharakteristik.

Das Geniale ist zudem, ich kann am Handregler des Digitalsystems eine beliebige Lok aus einer Mehrfachtraktion aufrufen, alle anderen folgen entsprechend der Einmessskurve in TrainController dieser Lok. Jede wird also mit der passenden Fahrstufe angesteuert.

Hier nun das Video. Ab Video-Zeit 06:17 wird die Einrichtung in TrainController erklärt. Man kann eine Doppeltraktion im Fenster Loks und Züge auch per Drag and Drop erstellen und nicht nur über das Menü.

TrainController 9 Gold – Doppeltraktion mit 2 Mallet

Gütertriebwagen ET 194 (LAG Nr. 895)

Trix Set 21194, Gepäcktriebwagen ET 194 mit 2 Güterwagen.
Das Modell des 2-achsigen LAG Gütertriebwagens hat mir schon immer gefallen. Aufgrund eines günstigen Angebotes hab ich mir das Set von Trix zugelegt.
Der Triebwagen hat in der letzten Auflage ab Werk einen Märklin Sound Decoder, dessen Funktionen zwar nicht sehr umfangreich sind, aber doch ein paar nette Schnipsel enthalten, wie Schiebetür auf / zu und Fahrertür auf / zu.

ET 194 11 der DRG Epoche II / ex LAG Nr. 895

Zum Vorbild:
die DRG übernahm den ET 194 11 von der Localbahn Actien-Gesellschaft (LAG). Dort wurde er als Gütertriebwagen Nr. 895 geführt. Bei der LAG ist er auf der Strecke Türkheim – Bad Wörishofen gefahren. Der Triebwagen wurde durch den Umbau eines Packwagens durch die LAG Werkstätten selbst hergestellt. Die elektrische Ausrüstung lieferten die Siemens-Schuckert-Werke (SWW). Der Wagen hatte 82 KW und eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Er fuhr mit 500 V Gleichstrom.

Da ich mit DCC fahre und TrainProgrammer von Freiwald zum Programmieren meiner Decoder verwende, hab ich mir für den TrainProgrammer anhand der spärlichen Anleitungen von Trix eine Definitionsdatei erstellt, mit der ich die wichtigsten CVs bearbeiten kann.

Video Zugfahrt + Rangierfahrt

Kleines Video mit Sound mit ET 194 als Hauptdarsteller

SVT 137 Schnelltriebwagen – der lange Weg vom ebay Kauf zum Einsatz auf der Anlage

Zufällig bin ich in der „Bucht“ auf den SVT 137 aufmerksam geworden. Die Triebwagen aus der Gattung „Fliegender Hamburg“ haben mir von Design und Optik immer schon gefallen. Der SVT 137 Bauart „Köln“ besteht aus 3 Einheiten und ist damit der große Bruder des „Fliegenden Hamburgers“. Das Epoche II Modell hat Liliput Austria Ende der 80er Jahre gebaut. Laut Händler ist es ein Sammlerstück. Der optische Eindruck bestätigt, das Modell hat höchstens ein paar Ehrenrunden gedreht.

Es war klar, dass da Umbauarbeiten auf mich zukommen. Nach einer eingehenden Besichtigung kam folgende Checkliste zustande:
– Spitzenlicht durch LEDs ersetzen (es waren zwar – oh Wunder – LEDs drin, aber rot und grün in Form einer 5mm Duo-LED)
– DCC-Decoder: ESU LoPi 4.0 DCC mit ESU PowerPack mini
– Funktionsdecoder im nicht angetriebenen Triebkopf mit Stütz-Elkos
– Beleuchtung in allen 3 Wagenteilen mit LEDs
– ein paar Reisende einkleben

Das Spitzenlicht ist nicht ganz gelungen. Die roten und weißen LEDs ließen sich nicht so nah an die Lampenfassungen bringen und trotz schwärzen der Verglasung am Rande des Führerstandes scheinen die LEDs da rein. Bei weiß nicht so problematisch (Führerstandsbeleuchtung inklusive 🙂 ), bei rot aber nicht so gut (Rotlichtmilieu?).

Die Innenbeleuchtung selbst passt, es wurden aber nicht alle Abteile beleuchtet, da manche mit konstruktiven Verbindungen zugestellt sind.

Als großes Problem stellte sich die Stromabnahme dar. Der angetriebene Triebkopf nimmt zwar von allen 8 Rädern Strom ab, das vordere Drehgestell ist aber auch mit 4 Haftreifen versehen. Somit bleibt nur das hintere Drehgestell. Trotzdem alles sehr sauber ausschaute, musste ich mit einem Glashaarradierer die Radreifen und die Stromabnehmerbleche bearbeiten. War wohl alles mit Patina überzogen.
Das ESU PowerPack bewährt sich jedenfalls. Ebenso die 2x 330µF im Steuerwagen.

Zum mittleren Wagen hab ich eine Steckverbindung durch die Faltenbälge realisiert, die bei dem Modell als Spezialkupplungen agieren. Der Decoder schaltet dort somit auch das Innenlicht.

Ein Problem war noch eine Wagenverbindung. Diese hakte immer beim Wechsel von einer Kurve in die andere und brachte den Wagen zum Entgleisen. Vielleicht ist er deshalb so wenig gefahren 😛 .
Ich habe den Wagen bestimmt 30 Minuten begutachtet, mit den anderen verglichen und versucht, zu verstehen, warum die Kupplung beim Ausschwenken in der Mitte hängenbleibt. Am Ende hab ichs kapiert: sie war ein paar Zentel zu lang. Die Feile hats gerichtet 😀 .

Es war viel Arbeit, wenns dann nicht so recht klappt, ist es erst mal nervig, aber am Ende hat sich der Umbau gelohnt.

Piko MaK G1206 der „NIAG“ – endlich fahrbereit

Ich hatte ja schon mal über dieses Piko Modell geschrieben.

https://kirchers.wordpress.com/2018/02/22/neuzugang-im-fuhrpark-piko-g1206/

Nach vielen Recherchen und Fragen, z.B. am Piko Stand auf der Messe, war immer noch keine zufriedenstellende Lösung in Sicht. Nur ein SB-modellbau Faulhaber wäre noch eine Idee gewesen, aber noch mal über € 90.- investieren?

Im Stummi-Forum las ich einen Beitrag, dass ein Zimo Decoder geholfen hätte. Flux einen Zimo MX 623R bestellt und in die Lok eingebaut. Den ESU LokPiloten konnte ich sofort woanders verbauen.

Siehe da, ohne irgend etwas an den Default-Einstellungen zu ändern, fuhr die Lok wesentlich besser. Natürlich noch viel zu schnell, aber gleichmäßig. Nur im extremen Langsamfahrbereich noch dasselbe Trauerspiel.

Jetzt noch mal 1,5h ind CV Programmierung und viele Testläufe investiert. Das Ergebnis stellt mich einigermaßen zufrieden. In den ersten 2 Decoderstufen zuckelt es zwar noch leicht, aber z.B. Kollege TrainController fährt eh erst ab der eingestellten kriechgeschwindigkeit los, da passt alles.

Die Lok ist nun einsetzbar – lange genug hats gedauert. Und als Resümee Stand heute: wenns in die Details geht hat der Zimo mehr drauf.

Hier noch der Link zu einem kleinen Rangier- und Fahrvideo. rangiert wird per Handregler manuell, die Zugfahrt in den Schattenbahnhof und zurück regelt TrainController.